EAN, UPC, Code 128 & QR: Welcher Barcode wofür?
Ein Überblick über die wichtigsten Barcode-Formate – wo sie eingesetzt werden, welche Daten sie speichern und worauf du beim Scannen achten solltest.
„Barcode“ ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Strichmuster, die maschinenlesbare Daten transportieren. Welches Format auf einem Produkt steht, hängt davon ab, was der Code leisten muss – eindeutig identifizieren, mehr Daten speichern oder besonders robust sein. Hier sind die Formate, denen du im Alltag am häufigsten begegnest.
EAN-13 und EAN-8: Der Standard im europäischen Handel
EAN steht für European Article Number, mittlerweile offiziell GTIN (Global Trade Item Number) genannt. EAN-13 mit 13 Ziffern ist der Code, den du auf praktisch jedem verpackten Produkt im Supermarkt, in der Drogerie, im Buchhandel und in der Apotheke findest. Die ersten drei Ziffern geben das Land bzw. die Region des Herausgebers an (z. B. 400–440 für Deutschland), gefolgt von Hersteller- und Artikelnummer.
EAN-8 ist die kürzere Variante für sehr kleine Verpackungen – Kaugummis, Mini-Schokoladen, Pflaster – wo ein voller EAN-13 nicht draufpasst.
Wo du es brauchst: Inventur im Einzelhandel, Wareneingang im E-Commerce, jede Form von Artikel-Identifikation auf Produktverpackungen.
UPC-A und UPC-E: Das amerikanische Pendant
UPC (Universal Product Code) ist das nordamerikanische Gegenstück zu EAN. UPC-A hat 12 Ziffern, UPC-E ist die komprimierte Version mit 8 Ziffern. Du findest sie auf importierten Waren aus den USA und Kanada. Technisch sind EAN-13 und UPC-A eng verwandt: Jeder UPC-A-Code lässt sich durch eine vorangestellte Null in einen EAN-13 verwandeln.
Wo du es brauchst: Wenn du US-Importware verkaufst oder verarbeitest – jede gute Scanner-App liest UPC und EAN gleichermaßen aus.
Code 128: Der Allrounder für Logistik und Eigenetiketten
Code 128 ist ein flexibles Format, das sowohl Ziffern als auch Buchstaben und Sonderzeichen kodieren kann. Du erkennst ihn an einer relativ dichten, kompakten Strichfolge. In der Logistik wird Code 128 für Versand-Etiketten genutzt – DHL-Pakete, GLS-Sendungen, Versandscheine. Auch SSCC-Codes (Serial Shipping Container Code) auf Paletten nutzen häufig dieses Format.
Wo du es brauchst: Wareneingang im Lager, Versandabwicklung, eigene Etiketten für interne Artikelnummern. Auch FNSKU-Codes von Amazon-FBA basieren auf Code 128.
Code 39: Der Klassiker für Asset-Tags
Code 39 ist älter als Code 128 und weniger kompakt, aber sehr robust und einfach zu drucken. Er kodiert Ziffern, Großbuchstaben und einige Sonderzeichen. Wo immer du Asset-Tags an Werkzeugen, Laptops oder Möbeln im Büro siehst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um Code 39 handelt. Auch in der KFZ-Branche und in Bibliotheken ist er noch verbreitet.
Wo du es brauchst: IT-Inventarisierung, Werkzeug-Tracking, Bibliotheksbestände.
QR-Code und Data Matrix: Wenn mehr Daten rein sollen
Beide sind 2D-Codes, die deutlich mehr Informationen speichern als ein klassischer Strichcode – komplette URLs, kurze Texte, Konfigurationsdaten. QR-Codes sind im Marketing, auf Speisekarten und in Ticketing-Systemen allgegenwärtig. Data Matrix wirkt unscheinbarer (oft nur wenige Millimeter groß) und wird in der Industrie auf Elektronikbauteilen, in der Pharma-Serialisierung (securPharm) und auf chirurgischen Instrumenten eingesetzt.
Wo du es brauchst: Tickets, Pharma-Track-&-Trace, Wartungsdokumentation für Maschinen, Marketing-Kampagnen.
PDF417 und Aztec: Spezialformate
PDF417 sieht aus wie ein länglicher, gestapelter Strichcode – du findest ihn auf Bordkarten, Personalausweisen einiger Länder und auf KFZ-Zulassungsbescheinigungen. Aztec-Codes sind quadratisch und werden vor allem im Bahnverkehr genutzt (Tickets der DB, ÖBB, SBB).
Welcher Code wird in welcher Branche gescannt?
- Einzelhandel & Supermarkt: EAN-13, EAN-8
- Versandlogistik: Code 128, SSCC
- Buchhandel & Bibliothek: EAN-13 (ISBN), Code 39
- IT- und Asset-Inventar: Code 39, Code 128, QR
- Events & Tickets: QR, Aztec, PDF417
- Pharma: Data Matrix (securPharm)
- Bahn & Flug: Aztec (Bahn), PDF417 (Boarding)
Eine gute Multi-Format-App wie Scan2List erkennt all diese Codes automatisch, ohne dass du das Format vorher auswählen müsstest. Wenn du also unsicher bist, welcher Code vor dir liegt – einfach fotografieren, die App entscheidet.
Alle erwähnten Formate scannt Scan2List per Foto – auch mehrere gleichzeitig.